Weltenwetter

Abkühlung durch Unwetter

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Nach einer tagelangen Hitzewelle sorge ein von Westen herannahender Höhentrog für eine nachhaltige Abkühlung.

Wetterlage am 17.Juli 2010 06:oo UTC: Die Karte zeigt die Temperatur bei 850 hPa (entsprechend ca. 1,5km Höhe), die Höhenströmung (Isohypsen) bei 500hPa (ca. 5,5-6km Höhe und die Druckverteilung am Boden auf Meereshöhe bezogen (Isobaren). Über großen Teilen Europas liegen noch warme Luftmassen (rot bis violett) in einem Höhenkeil (Rücken). Aber ein von Westen herannahender Trog mit zwei Tiefdruckwirbeln  führt kühlere Luft heran (gelb, grün). Tiefdruckwirbel entstehen aus Unregelmäßigkeiten in der Höhenströmung, ähnlich wie Stromschnellen in einem Fluß. Sie verwirbeln warme und kalte Luft miteinander, gut erkennbar an der Temperaturverteilung bei 850 hPa. Quelle: MeteoGroup

Im Trog befindet sich zwei Tiefdruckwirbel, darunter einer mit Zentrum nördlich Schottland, dessen Kaltfront in den frühen Morgenstunden den Westen Deutschlands erreichte und für heftige Gewitter sorgte. Die nachströmende kühlere Luft verdrängte die warmen Luftmassen und beendete vorerst die Hitzewelle. Aber auch weiter im Osten, vor der Kaltfront, kam es zu Unwettern. Der unterschiedliche Drehsinn von Tiefdruck- (gegen den Uhrzeigersinn) und Hochdruckwirbel (im Uhrzeigersinn) läßt die Luftmassen am Boden zusammenströmen (Konvergenz). Die Luft muß nach oben ausweichen und kühlt dabei ab, wodurch Quellwolken entstehen, die zu Gewitterzellen heranwachsen können. Diese Gewitter bringen aber im Gegensatz zu Gewittern in einer Kaltfront keine  Abkühlung.

Wetterlage am 17.Juli 2010 06:00 UTC:  RGB-Airmass Quelle: EUMETSAT Im Bereich des Hochkeils ist nahezu wolkenfrei (Schönwetter). In dem auf dem Satellitenbild gut zu erkennenden, von Westen herannahenden Trog bilden sich dynamische Tiefdruckwirbel, erkennbar an der Wolkenbildung. Zahlreiche Gewitterzellen im Osten infolge einer Konvergenz.

Die heftigen Unwetter mit Starkregen (an der Trogvorderseite) passen durchaus ins Bild einer globalen Erwärmung. Ansteigende Temperaturen führen zu einer erhöhten Wasserverdunstung. Die wiederum sorgt für eine verstärkte Zufuhr latenter Wärme, welche bei der Wolkenbildung als Kondensationswärme wieder freigesetzt wird und ihrerseits die Wolkenbildung antreibt (warme Luft stigt nach oben, kühlt ab und die Luftfeuchtigkeit beginnt in winzigen Tröpfchen zu kondensieren). Entsprechend heftiger verlaufen dann auch mögliche Unwetter. 

Jens Christian Heuer

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Written by jenschristianheuer

Juli 17, 2010 um 9:37 am

Veröffentlicht in Wetternotizen

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