Weltenwetter

Fred Singer in Deutschland

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Der renomierte amerikanische Atmosphärenphysiker Prof. Fred Singer, der neben seiner wissenschaftlichen Laufbahn u.a. für die NASA, die US-Umweltbehörde, als Direktor des US-Zentrum für Wettersatelliten und als Regierungsberater tätig war ist einer der fachlich qualifiziertesten Klimaskeptiker. So  befaßte er sich mit der der kosmischen Strahlung und dem Strahlungsgürtel der Erde (van Allen Gürtel), forschte über das Ozon in der Atmosphäre und das Treibhausgas Methan, leistet aber auch wichtige Beiträge in der Raketen- und Satellitentechnik, in der Plantenforschung und der Allgemeinen Relativitätstheorie. Ein vielseitiger Mann also.

Prof. Siegfried Frederick Singer Quelle: http://www.iuf-berlin.org/

Während einer privaten Reise in seine alte Heimat Österreich, aus der er vor der Judenverfolgung der Nazis fliehen mußte und nach Deutschland stellte er in zahlreichen Vorträgen, beispielsweise in Wien, Düsseldorf, Frankfurt, Mainz und München den alternativen Bericht des klimaskeptischen Nongovernmental International Panel on Climate Change (Internationale Nichtregierungskommission zum Klimawandel, NIPCC) vor. Im Gegensatz zu den offiziellen Berichten des International Panel on Climate Change (Internationale Regierungskommission zum Klimawandel, IPCC, http://www.ipcc.ch/) geht der NIPCC nicht von einem menschengemachten Klimawandel aus, sondern sieht überwiegend natürliche Ursachen, wie etwa Veränderungen der Sonnenaktivität am Werke. Der Einfluss der von den Menschen in die Atmosphäre entlassenen Treibhausgasen hält Singer für so minimal, daß er vernachlässigbar ist. Singer und der NIPCC stützen sich dabei auf eine Neuauswertung der IPCC-Daten, aber auch auf neue, noch nicht verarbeitete Studien. Die Kritikpunkte im Einzelnen:

1) Einer der entscheidenden Belege („smoking gun“) für eine anthropogene, globale Erwärmung durch den Treibhauseffekt war die  „Hockey-Stick“-Grafik im IPCC Bericht des Jahres 2001. Doch diese Analyse der Temperatur-Daten  war falsch und so voll von statistischen Fehlern, daß sie im IPCC Bericht von 2007  unter vielen anderen Kurven regelrecht versteckt wurde.

   

 

Hockey -Stick-Kurve Quelle: IPCC

2) Zur Unterstützung der Argumente für die anthropogene, globale Erwärmung stellt das IPCC eine Korrelation zwischen dem Anstieg der CO2-Emissionen und dem Anstieg der Temperaturen fest.  Aber Korrelation begründet noch lange keine Kausalität.  Historisch gesehen, wie in Eisbohr-Kernen gemessen, erfolgte der Anstieg des CO2 immer nach dem Temperaturanstieg, also verzögert.  Daher ist das CO2  ganz gewiss nicht die dominierende Kraft der Temperaturveränderung in der Vergangenheit.  Von 1940-1975 und erneut seit 1998 hat das CO2 zugenommen, während die Temperatur sank.  Dies zeigt, dass die Temperatur von anderen Faktoren beherrscht wurde bzw. beherrscht werden kann.    

3) Die IPCC – Modelle verwenden den Treibhaus-Effekt,  um zu errechnen, was in der Zukunft bei einem Anstieg des CO2 geschehen könnte. Aber die Modelle weisen eine große Variabilität  auf und können die Wirkung der Wolken nicht richtig handhaben: Wolken spielen aber eine  wichtige Rolle in der globalen Temperaturänderung.  Ferner ignorieren oder unterschätzen die Modelle den Einfluss der Sonnenaktivität auf das Klima.  Zudem können sie das regionale Klima nicht genau vorhersagen: verschiedene Modelle geben sehr unterschiedliche Ergebnisse für das gleiche Gebiet.

4) Äußerst wichtig ist, dass die verwendete „Fingerprint“-Methode (Vergleich von beobachteten und modellierten Mustern der Temperatur-Trends) schlüssig zeigt, dass der Einfluss von Treibhausgasen auf den Klimawandel im Vergleich zu natürlichen Kräften nicht signifikant ist.

 

Die graphische Darstellung der Trends zeigt die Unterschiede der Temperaturtrends (in Grad C / Jahrzehnt) in Bezug auf die Höhe in den Tropen genauer an [Douglass, Chrsty, Pearson, Singer. 2007]. Die Modelle ergeben eine Zunahme der Trends mit zunehmender Höhe, aber die Ballon- und Satelliten-Messungen lassen das nicht erkennen.

Ein Vergleich zwischen den vom IPCC verwendeten Modellen und der Wirklichkeit zeigt also deutlich andere Erwärmungsmuster als von den Computern berechnet.

5) Es gibt viele bekannte, natürliche Ursachen von Temperaturschwankungen: interne Effekte, wie z. B. die Nordatlantische Oszillation, die Atlantische-Multi-Dekadische Oszillation, die Pazifisch-Dekadische Oszillation und die El-Niño-Süd-Oszillation (ENSO).  Diese sind alle wesentlich, doch die Klima-Modelle können sie nicht prognostizieren. 

6) Das IPCC hat auch die externen, natürlichen Wirkungen als trivial bewertet, wie z. B. die Sonnenaktivität und deren Einfluss auf die Wolken-Bedeckung.  Im IPCC Bericht (Fourth Assessment Report FAR von 2007) wurde die Grundlagenforschung in diesem Bereich nicht einmal richtig angesprochen oder gar diskutiert.  Doch der enge Zusammenhang zwischen Sonnenaktivität und Klima ergibt sich aus historischen Daten; die Ursache-Wirkungkette kann nur in einer Richtung laufen.

7) Abgesehen von den Modellen, haben die von dem IPCC verwendeten Daten viele Probleme. Daten zur Oberflächentemperatur der Erde erzeugen Probleme bei der Bewertung der städtischen Wärme-Insel-Effekte, die ungleichmäßige, geographische Verteilung der Mess-Stationen, die Veränderungen bei der Anzahl und der Orte der Stationen usw.  Die Methode für die Messung der Temperatur der Meeresoberfläche hat sich verändert: von früher überwiegend von Schiffen aus, zu heute überwiegend mit Bojen, und damit verbunden eine Veränderung der Wassertiefe für die Temperaturmessung. Also nicht nur die Modelle sind unzuverlässig, die zugrunde liegenden Daten haben erhebliche Fehlermargen.  

8) Der Anstieg des Meeresspiegels ist ein beliebtes Katastrophen-Szenario für Prognosen der THE-Gläubigen.  Aber in den vergangenen Jahrhunderten stieg der globale Meeresspiegel  um ca. 18 mm/Jahrzehnt — unabhängig davon, ob die Kühlung oder die Erwärmung dominierte.  Die maximalen IPCC-Projektionen für den Anstieg des Meeresspiegels haben sich in jedem der vier aufeinander folgenden Berichte verringert.  Die THE-Fanatiker, darunter Al Gore, sagen dennoch nach wie vor katastrophale Überschwemmungen der Küsten  voraus. (Al Gore: Bis zu 6 Meter im Jahre 2100!!)

9) Das IPCC geht a priori davon aus, dass erhöhtes CO2 schlecht ist, und ignoriert seine positiven Wirkungen.  Aber höhere CO2-Konzentrationen verbessern die Produktivität  und Trockenresistenz in der Landwirtschaft und in den Wäldern, und führen zu weniger Wasser-Gebrauch. Also dazu, dass weniger Wasser eingesetzt werden muss. Globale Erwärmung, so schätzen amerikanische  Wirtschaftsexperten, wird eine positive Wirkung auf die Wirtschaft haben.

      

Zusammenfassung:  Das Nongovernmental-IPCC (NIPCC) zeigt, dass Kohlendioxid kein Schadstoff ist.  Deshalb sind CO2 -Minderungsmaßnahmen sinnlos, und extrem teuer — und völlig uneeffektiv um zur der Verringerung der globalen Erwärmung beizutragen.  Katastrophen-Prognosen der globalen Erwärmung sind weder durch Daten noch durch  Modelle begründet.  Natürliche Ursachen, vor allem die Sonne, waren offensichtlich die  wichtigsten Triebkräfte der Klima-Schwankungen in der Vergangenheit und werden es auch in Zukunft sein.  Der Klimawandel ist natürlich und unaufhaltsam. Die beste Politik besteht darin die Anpassung an ein wärmeres oder kälteres Klima zu unterstützen.

 

Eine Berichterstattung über die Vorträge von Prof. Fred Singer fand in den deutschen Medien (Presse, Rundfunk, Fernsehen) praktisch nicht statt. Die einzige mir bekannte Ausnahme: ein Bericht der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) über eine Veranstaltung mit Singer in Düsseldorf (http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/2008/6/12/news-55195824/detail.html). Die Autorin erhebt darin schon in der Überschrift (Wes´Brot ich ess´) den Vorwurf der Käuflichkeit gegen Singer, ohne nach dem Vortrag, wo Fragen gestellt werden konnten, die Gelegenheit zu nutzen Singer auf diese immer wieder erhobenen Vorwürfe direkt anzusprechen. Das hätten die Regeln der journalistischen Fairness oder einfach nur der menschliche Anstandes aber zwingend geboten! Singer wird von verschiedenen Seiten  unterstellt, seine klimaskeptischen Ansichten seien Zuwendungen von Firmen, etwa aus der Ölindustrie oder Stahlindustrie zu verdanken, denen Klimaschuzmaßnahmen (angeblich)ein Dorn im Auge sind. Neben der Mitarbeiterin der WAZ waren nur noch Journalisten der ZEIT und der WIRTSCHAFTSWOCHE anwesend. Diese führten zwar Interviews mit Singer, eine Veröffentlichung ist aber nach derzeitigem Stand der Dinge nicht geplant. Fernseh-, Rundfunk- oder andere Zeitungsjournalisten waren nicht erschienen und das bei einem so wichtigen Thema. Pressefreiheit wird anscheinend klein geschrieben, wenn es um Berichte über klimaskeptische Veranstaltungen geht, in der durchaus ernst zu nehmende Argumente vorgetragen werden! Gab es Druck von „Oben“?

Das klimaskeptische Europäische Institut für Klima und Energie Jena (EIKE, http://www.eike-klima-energie.eu/) führte das folgende Interview mit Prof. Fred Singer, wo dieser auch zu den Vorwürfen gegen ihn ausführlich Stellung nahm…

Eike: Welches sind Ihre Hauptkritikpunkte an den Prognosen des IPCC?

Singer: Es gibt so viele Punkte, dass man sie in einem Interview nicht alle behandeln kann. Sie können das aber in meinem neusten Buch alles nachlesen. Es ist auch in deutscher Sprache erschienen. (S. Fred Singer (Hg.), Die Natur, nicht menschliche Aktivität, bestimmt das Klima, TvR Medienverlag GbR, Jena. 2008, ISBN 978-3-940431-08-0)

EIKE: Glauben Sie oder wissen Sie, dass CO2 einen Treibhauseffekt verursacht?

Singer: Man weiß, das CO2 die infrarote Strahlung von der Erde absorbiert. Das ist unbestritten. Gestern habe ich mit Ihrem Chemikerkollegen Dr. Hug gesprochen. Herr Dr. Hug hat solche Messungen durchgeführt. Die ersten Messungen wurden zwischen 1830 und 1840 in Frankreich von Jean Baptiste Fourier durchgeführt.

Später war dann die Frage wichtig, ob CO2 neben dem Wasserdampf überhaupt eine Rolle spielen kann. Mein Kollege Gilbert Plass an der Johns Hopkins Universität hat das genau untersucht mit dem Ergebnis, dass die Überlappung der CO2 Banden durch die Wasserbanden nicht ganz vollständig ist, so dass es kleine Bereiche gibt, in denen die CO2 Banden tatsächlich eine Rolle spielen.

EIKE: Mein akademischer Lehrer 1964 an der TH Karlsruhe Professor Ernst-Ullrich Frank begann seine Vorlesung über Thermodynamik mit dem Satz: Zu verstehen, was Temperatur ist, ist wirklich extrem schwierig, weil jedermann Temperaturen misst, über Temperaturen spricht und überzeugt ist, er wisse, was Temperatur sei. Verstehen Sie als Physiker, was Temperatur ist und wenn ja, was ist eigentlich die Temperatur freier Gasmoleküle?

Singer: Das ist eine interessante Frage. Man kann sie recht gut für ideale Gase mit der kinetischen Theorie der Wärme beantworten und dem kinetischen Term ½ m.v2. Bei Gasen mit Rotations-Schwingungstermen muss die Forderung nach einem Gleichgewicht zwischen dem kinetischen und dem Schwingungsterm erfüllt sein. Sonst hat es keinen Sinn von einer Temperatur zu sprechen.

Für mich ist in diesem Zusammenhang besonders wichtig, dass man die Rückstrahlung von der Atmosphäre auf die Erde zum Beispiel mit einem FT-IR-Spektrometer messen kann. Dabei kann man die Banden von CO2 und Wasserdampf, ja sogar auch von Ozon, unterscheiden.

Mich interessiert besonders die Rückstrahlung von Zirruswolken, weil ich darüber immer noch wissenschaftlich arbeite. Dazu sind Messungen vom Flugzeug aus erforderlich.

EIKE: Sie waren mehrfach „Guest Scholar“ an der Smithsonian Institution, Washington, D.C. Diese Institution gab Ende 2007 das Buch „Earth“ neu heraus. Es zeigt den Treibhauseffekt anhand von einem kleinen Pfeil nach oben und einem großen Pfeil nach unten. Sie repräsentieren den großen Fluss langwelliger Strahlung der Treibhausgase nach unten zur Erdoberfläche und den kleinen Fluss langwelliger Strahlung der Treibhausgase nach oben ins Weltall.

Singer: Das ist populär und nicht ganz richtig, aber nicht ganz falsch. Ein Molekül ist  isotrop, also in alle Richtungen gleich. Das Bild ist nur eine Approximation. Richtig ist es, die Atmosphäre in Schichten zu betrachten und zu wissen, dass die Ausstrahlung ins Weltall von den oberen kühleren Schichten erfolgt.

Die Emission aus jeder Schicht nach oben und unten ist ebenfalls gleich. Die  Emission wird aber nach oben immer kleiner, weil die Schichten nach oben immer kälter werden. Die Berechnungen dazu stammten von Goody. Man kann sie in seinem Buch nachlesen.

EIKE: Für welche Organisation arbeiten Sie gegen Bezahlung?  Gehört die Firma Exxon dazu? Sind Sie bereit etwas darüber zu sagen, wie Sie Ihr privates und Ihr öffentliches Leben finanzieren?

Singer: Seit 1989 bin ich im Ruhestand. Seit dieser Zeit bekomme ich persönlich von niemandem eine Bezahlung. Aber ich bekomme aufgrund meiner Berufstätigkeit für mehrere Arbeitsgeber mehrere Pensionen. Dazu gehört die Firma Exxon nicht. Mit meinen Pensionen kann ich ganz gut leben.

EIKE: www.sepp.org ist eng mit Ihrer Person verbunden. Wie finanziert sich diese Organisation? Ist Exxon hier finanziell engagiert?

Singer: Exxon hat einmal oder zweimal ungebeten und, ohne Bedingungen zu stellen, eigentlich ganz überraschend einen ganz kleinen Betrag an SEPP gegeben. SEPP hat aber nur ein kleines Budget, das für Publikationen und vor allem für Reisen verwendet wird. SEPP bezahlt keine Mitarbeiter, außer ein paar Studenten als Hilfskräfte und wenige Hundert US-$ für einen Rechtsanwalt und einen Buchhalter. SEPP unterliegt natürlich der US Steueraufsicht.

SEPP gibt das meiste Geld für Reisen aus. So finanziert SEPP meine derzeitige Reise nach Deutschland und Europa. Die Reise meiner Familie, die mich auf dieser Reise begleitet, zahle ich selbst. SEPP finanziert sich zu 90 % aus privaten Spenden und zu 10 % durch Stiftungen, die SEPP mit ausgeschriebenen Projekten beauftragen. Das Schreiben eines Buches im Auftrag einer Stiftung kann etwa 25 000 US-$ kosten.  Jeder, der Abrechnungen von SEPP einsehen möchte, kann sie einsehen. Bisher wollte aber noch niemand unsere Abrechnungen einsehen. Die Leute schreiben lieber über uns ohne zu recherchieren. So können sie leichter schreiben, was sie wollen. So schreiben sie zum Beispiel in Wikipedia, ich werde von der Tabakindustrie und von „Marsmenschen“ bezahlt. Man kann das nicht ändern, weil die Leute in Wikipedia hineinschreiben können, was sie wollen. Ich setze mich damit nicht mehr auseinander. Auch in der FAZ wurde über mich etwas geschrieben, was nicht stimmt. Ich habe darüber sogar mit einem Anwalt gesprochen. Der verlangte für die Beratung bereits mehrere tausend Euro. Da ist mir die Sache nicht wert. In USA gibt es Anwälte die in solchen Fällen ‚pro bono’, also umsonst,  arbeiten. Davon habe ich in USA auch schon einmal Gebrauch gemacht. Wir haben vor Gericht gewonnen und das hat mich praktisch kein Geld gekostet, aber so viel Zeit, dass ich das auch in USA ‚pro bono’ nicht mehr machen werde. Und herausgekommen ist am Ende eine Entschuldigung. Also, was soll das noch?

EIKE: Sehen Sie die Ursache für das alljährliche antarktische „Ozonloch“ als geklärt an oder bestehen an der Alleinwirkung der Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe noch Zweifel?

Singer: Das Ozonloch wurde nicht vorhergesagt, sondern es wurde gefunden. Die Theorien über Ozon konnten das Ozonloch nicht vorhersehen, auch nicht die Theorie der Nobelpreisträger, die den Ozonabbau durch FCKW im Labor nachgewiesen haben und aus ihren Laborwerten Abbaumodelle berechnet haben. Alle Theorien beziehen sich auf homogene Reaktionen in der Gasphase.  

Das Ozonloch entsteht aber durch eine heterogene Reaktion an Phasengrenzen, also an Teilchen und eine solche Theorie gab es vor der Entdeckung des Ozonloches nicht.

Nach seiner Entdeckung 1985 wurden verschiedene neue Theorien entwickelt, so von Jackman von der NASA, von Meteorologen und anderen. Aber am Ende hat sich die FCKW Theorie durchgesetzt. Auch diese Theorie ist nicht einfach und einheitlich.

Das Problem ist die Reaktionsgeschwindigkeit. Die Reaktion muss extrem schnell sein, weil sich das Ozonloch extrem schnell bildet. Nach der Nobelpreisvorlesung von Molina baut Chlorperoxid (Cl-O=O-Cl oder Cl2O2) Ozon am schnellsten ab. Cl2O2 kann sich aus FCKW durch UV Strahlung bilden. Nach den  Veröffentlichungen von Susan Solomon ist aber Chlorperoxid immer noch nicht schnell genug und heute zeigt das Radikal von Hypochlorid  (ClO) im Labor den schnellsten Ozonabbau.

Alle diese Laborversuche sind wegen der unvermeidbaren Wandeffekte der Versuchsapparatur sehr problematisch, was ihre Übertragung in die Stratosphäre betrifft. Daher weiß ich wirklich nicht, ob das alles schon das letzte Wort der Wissenschaft ist.

EIKE: Wie beantworten Sie heute die Frage, ob die Ursache von Krebs identifiziert sei? Und wenn die Ursache von Krebs nach wie vor noch nicht identifiziert sein sollte, welche Bedeutung hat dann die Krebsstatistik für die Vorbeugung gegen Krebs, zum Beispiel ein Rauchverbot in öffentlichen Räumen?

Singer: Lassen Sie mich bei dieser Frage, da wir gerade über Ozon und UV Licht gesprochen haben, beim Hautkrebs beginnen. Dabei spielt UV-A und UV-B eine Rolle. Bekanntlich schützt die Ozonschicht ja gegen UV-B Licht (280 bis 320 nm). Die Dermatologen sagen, dieses UV-B Licht verursacht Hautkrebse, die sie Basal Cell & Squamous Cell Carcinom nennen. Sie sind sehr häufig und sehr abhängig vom Breitengrad. Also in Florida bekommen ihn viel mehr Leute als in Kanada. Sie sind aber beide nicht gefährlich.

Weil ihre Epidemiologie so abhängig ist vom Breitengrad, weiß man, dass beide  von UV-B verursacht werden. Die UV-B Strahlung in Florida und Kanada ist etwa um einen Faktor 20 unterschiedlich. Der UV-B Anteil, der mittags in Florida senkrecht eingestrahlt wird, hat nur einen kurzen Weg durch die UV-B absorbierende Ozonschicht. Über Kanada wird UV-B über einen langen Weg durch die Ozonschicht schräg eingestrahlt, hat einen längeren Weg und wird viel stärker herausgefiltert.

Der gefährliche Hautkrebs, das Melanom, ist demgegenüber praktisch nicht vom Breitengrad abhängig und damit auch nicht von UV-B. Es war bisher eine offene Frage, was das Melanom genau mit UV zu tun hat. Der Photodermatologe R. B. Setlow, Brookhaven National Laboratory, hat publiziert, dass UV-A das Melanom verursachen kann. Da UV-A nicht von der Ozonschicht absorbiert wird, ist die Statistik des Melanoms auch nicht vom Breitengrad abhängig.

Nun aber noch ein paar Worte zum Thema Passivrauchen und zum Rauchen allgemein.

Man klagt mich an, ich hätte die Sache mit dem Passivrauchen verdreht. Ich bin aber weder ein Experte für Lungenkrebs, noch einer für Epidemiologie. Aber ich kann lesen. Und die Epidemiologen, die ich kenne, schreiben, dass der Zusammenhang zwischen dem Passivrauchen und dem Krebs noch nicht bestimmt ist. Und weil ich das zitiere, unterstellt man mir, ich sei ein Berater der Tabakindustrie. Das ist Unsinn. Ich selbst rauche nicht und habe auch nie geraucht. Ich berate sogar eine Organisation, die gegen das Rauchen kämpft. Sie heißt American Council on Science and Health.

Weil Ihre letzten Fragen mit dem Artikel von Herrn Rahmstorf in der FAZ  zu tun haben, gestatten Sie mir im Gegenzug eine wissenschaftliche Kritik an der Arbeit von Herrn Rahmstorf über den möglichen Anstieg des Meeresspiegels bis 2100. Diese Kritik habe ich auch schon in dem genannten Buch veröffentlicht. Es kann daher auch zitiert werden.

Auf die Arbeit von Herr Rahmstorf trifft – kurz gesagt – die Aussage zu, dass sie nicht nur wissenschaftlich falsch, sondern wissenschaftlich wertlos ist.

EIKE: Gibt es schon Termine für Ihre nächste Reise nach Deutschland?

Singer: Nein, es gibt keinen neuen Reisetermin.

EIKE: Herzlichen Dank für das Interview und alle guten Wünsche für Sie und Ihre Familie.

© 2008 by EIKE e.V., Jena

Die Fragen für EIKE e.V. Jena stellte der Physikochemiker Dr. Gerhard Stehlik, Hanau.

Diese und andere Fragen hätten die Journalisten auch öffentlich stellen können. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Aussagen von Singer und dem NIPCC fand nur oberflächlich oder garnicht statt. Stattdessen wurde nur versucht, Singer als Person zu diffamieren und dadurch unglaubwürdig zu machen, wenn denn überhaupt berichtet wurde. Offenbar hält man die Leser, Zuhörer oder  Zuschauer nicht für intelligent genug, sich selber ein Urteil zu bilden. Gegen die „unerwünschten“ Ansichten zum Klimawandel wird nicht argumentiert, sondern es wird versucht gegen sie zu „immunisieren“ . Darüber hinaus sollen diese „unerwünschten“ Ansichten am besten erst gar nicht öffentlich werden. Bei enem freien Gedankenaustausch könnte  ja am Ende auch ein „falsches “ Bewußtsein herauskommen!

 

Als Herausgeber dieses Weblogs sehe ich das ganz anders.  Mit dem  „richtigen“ Bewußtsein ist das so eine Sache, denn Bewußtsein ist nicht nur gesellschaftlich, sondern vor allem eine höchst individuelle Angelegenheit! Wird in einer Gesellschaft die freie Entfaltung aller Menschen angestrebt (ein sehr wünschenswertes Ziel denke ich), so kann sich das persönliche (und gesellschaftliche) Bewußtsein nur durch freies und selbstständiges Denken weiterentwickeln. Das setzt aber wiederum freien Zugang zu allen überhaupt verfügbaren Informationen voraus und natürlich einen unbehinderten Gedankenaustausch!

 

In unserem speziellen Fall heisst das: Nur wer die Möglichkeit hat, die Thesen der Klimaskeptiker aus erster Hand kennenzulernen, kann sich – wenn er denn will- damit gedanklich auseinandersetzen. Dabei kann man -muss aber nicht(!) – auch zu ganz anderen Schlußfolgerungen kommen als die Klimaskeptiker! 

  

Jens Christian Heuer

 

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Written by jenschristianheuer

Juni 19, 2008 um 10:15 pm

Veröffentlicht in Klimadebatte, Klimawandel

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